Mielich: Jetzt muss Schluss sein! Keine Verlängerung der Betriebserlaubnis für Fessenheim!

Pressemitteilung Bärbl Mielich

Der Störfall im Atomkraftwerk Fessenheim einen Tag nach Weihnachten war nicht so harmlos wie allgemein dargestellt. „Das hätte durchaus ins Auge gehen können“, befürchtet die grüne Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich.

Wie das Umweltministerium auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Bärbl Mielich mitteilt, war es am 27. Dezember 2009 im Block 2 des Atomkraftwerks Fessenheim zu einem sicherheitstechnisch bedeutsamen Ereignis gekommen, nachdem angesaugtes Pflanzenmaterial zu einer teilweisen Verstopfung des Kühlsystems geführt hatte. Beim Wiederanfahren von Block 2 seien mit dem Kühlwasser aus dem Grand Canal Pflanzenreste angesaugt worden. In der Folge habe ein Messfühler an einem Trommelsieb versagt, welches das Wasser filtern sollte, wodurch die automatische Abschaltung ausblieb und das Trommelsieb sich aus der Verankerung löste, so dass größere Mengen Pflanzenreste in die Kühlwasserkreisläufe gelangten. Betroffen gewesen sei auch das sicherheitstechnisch wichtige SEB-System (Nebenkühlwassersystem), das der Wärmeabfuhr sicherheitstechnisch wichtiger Komponenten dient. Das Pflanzenmaterial habe Rohre in den Wärmetauschern verstopft, wodurch der Durchsatz des Kühlwassers um etwa einem Drittel, von 2400m³/h auf 1600m³/h, reduziert wurde. Der reduzierte Durchsatz hätte aber ausgereicht die Wärmeabfuhr zu gewährleisten. Die EdF hatte wegen dem Zwischenfall den internen Notfallplan in Kraft gesetzt und auch die französische nukleare Sicherheitsbehörde ASN hatte ihren internen nationalen Notfallstab einberufen und die Entwicklung verfolgt. Das Ereignis wurde auf Stufe I der INES-Scala eingestuft.

„Wir können von Glück sagen, dass dieser Störfall noch recht glimpflich abgelaufen ist. Dieses Ereignis hätte sich leicht zu einem größeren Unfall entwickeln können“, stellt die Abgeordnete fest. Das werde aus der Antwort des Umweltministeriums deutlich. Wenn beispielsweise der Reaktor im Volllastbetrieb gelaufen wäre, eine größere Menge an Pflanzenresten in den Kühlkreislauf gelangt wären oder gar gleichzeitig ein Kühlmittelverluststörfall vorgelegen hätte hätte die Situation schnell außer Kontrolle geraten können. „Es ist immer wieder aufs Neue erschreckend, in was für einem desolaten Zustand sich das Atomkraftwerk Fessenheim befindet“, stellt die Abgeordnete fest. „Warum dieses Trommelsieb aus der Verankerung gesprungen ist, scheint noch immer nicht geklärt zu sein. So etwas darf in einer Anlage mit so hohem Gefahrenpotential einfach nicht passieren. Die Betriebserlaubnis für diese beiden maroden Atommeiler um weitere 10 Jahre zu verlängern wäre unverantwortlich. Jetzt muss Schluss sein!“, fordert die Abgeordnete.

Nach Angaben des Umweltministeriums wäre die abzuführende Wärme im Volllastbetrieb erheblich höhergewesen. Wenn der Primärkreislauf intakt sei, also wenn kein Kühlmittelverluststörfall vorliege, könne aber die Nachzerfallswärme über den Sekundärkreislauf abgeführt werden. Berechnungen hätten gezeigt, dass auch in diesem Fall der reduzierte Durchsatz ausgereicht hätte, um die Wärme abzuführen.

Es sei auch nicht ganz nachvollziehbar, dass dieser Störfall nur auf Stufe 1 der INES-Scala eingestuft worden sei, so Bärbl Mielich. Die Tatsache, dass die internen Notfallstäbe der ASN und der EdF einberufen worden seien, zeige wie heikel die Situation gewesen sei.

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