Große Beteiligung am offenen Stammtisch des OV Dreisamtal zur Bike-Arena Kirchzarten

Sehr gut besucht (32 Personen) war am Freitagabend (23.03.2012) der offene Stammtisch des OV-Dreisamtal (in der Fortuna). Viele Bürger nahmen die Gelegenheit war, über das Thema „Mountainbike-Arena“ am Giersberg kontrovers zu diskutieren. Vertreter des Forstamtes Kirchzarten, BUND, Kirche, Schwarzwaldverein, der IG-Giersberg, der Biker des SVK neben Gästen aus den umliegenden Ortschaften brachten vielschichtige Argumente zu dem in der Gemeinde und im Dreisamtal-Raum heiß diskutierten Thema „Errichtung einer permanenten Mountainbike-Wettkampf- und Trainingsstrecke am Giersberg“.

Karte © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA

Karte © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA

Schnell zeigte sich, dass einvernehmlich für die Kinder und Jugendlichen der Radsportabteilung des SV-Kirchzarten in baldiger Zukunft eine Trainingsstrecke südlich des Bergwerkweges errichtet werden soll. Selbst der Verlegung des jetzigen Standortes des Technikparcours stehen von Seiten der Biker keine stichhaltigen Gründe entgegen, wenn eine Alternative gefunden wird.

Auf die Kardinalfrage, ob für eine MBA kein alternativer Standort in Frage käme, räumten die Vertreter der Bike-Arena zustimmend ein, dass nicht am Standort Giersberg festgehalten werden müsste, wenn die Bundesmittel und Fördergelder verschiedener Institutionen auch für einen anderen Standdort zugesichert würden. Auch zu dem alternativ vorgeschlagenen Wettkampfraum „Nordic-Center am Notschrei“, wo fast alle Infrastrukturen bereits vorhanden sind und die Gemeinde Kirchzarten Mitglied ist, kam die Abhängigkeit von Sponsoren und ihren Bestimmungen zum Ausdruck.

Für den überwiegend größten Teil der Anwesenden sprechen folgende Punkte gegen eine Errichtung einer permanenten Bike-Arena am Giersberg:

  • Der Giersberg ist ein überregionaler, bedeutsamer naturnaher Landschaftsraum, der wieder zu seiner ursprünglichen Aufgabe, ein Erholungs- und Naturschutzraum zu sein, zurückgeführt werden muss.
  • Zu den forstwirtschaftlichen Arbeiten (Holzernte), die alle paar Jahre durchgeführt werden, wurde der Forst gebeten, mit mehr Sensibilität an die Aufgaben zu gehen.
  • Für den Schutz von Wasserhaushalt, Erosion und Erholungsführsorge im Giersberg-Gebiet wurde die Bitte an den Forst herangetragen, gegenüber den Bike-Sportlern mehr förderliche Aufsicht zu führen. Ein Abwarten, wie sich die Diskussion um die MBA am Giersberg entwickelt, ist nicht hilfreich für das Landschaftsgebiet.
  • Das Miteinander am Giersberg, – Hochleistungssportler auf der einen Seite und Familien, Spaziergänger, Ruhesuchende auf der anderen Seite -, kann nach Mehrheitsmeinung nicht funktionieren.
    Abgesehen von einem geordneten Trainingsbetrieb wird die Attraktivität der neu geschaffenen Wettkampf- und Trainingsstecke neben dem Olympia-Stützpunkt Freiburg überörtlich weitere Gruppen anziehen, die bald wieder neue Trails im Giersberg-Gebiet schaffen werden.
    Eine Kontrolle hierfür ist illusorisch.

Als Fazit des Abends kann genannt werden:

  • Eine Trainingsstrecke für Kinder und Jugendliche kann südlich ab Bergwerkweg eingerichtet werden.
  • Das Gebiet Giersberg/Bickenreute muss als Landschaftsschutzgebiet mit naturnahen Angeboten wie z. B. „Barfußweg“ , „Baumlehrpfad“ , „Ruhebänke“, „Kinderspielplatz“ und ähnlichem ausgestattet und wieder renaturiert werden.
  • Die Erholungsvorsorge durch die Wegmarkierungen: Schwarzwaldverein, Naturpark Südschwarzwald, Jakobspilgerweg, Energie- und Naturlehrpfad, Pilger- / Stationenweg und Dreisamtal-Radrundweg hat Bestandsschutz und sollte auch so ohne Störung durch ein Bike-Training wieder ihrer Bestimmung zurückgegeben werden.
  • Die Wettkämpfe des Ultra Bike Marathon und Kids-Cup können jährlich wie jetzt schon traditionell am Giersberg stattfinden.
  • Die privatrechtlichen Verträge zwischen Gemeinde und SVK, sowie zwischen der Forstabteilung des Landratsamts Freiburg und SVK müssen neu auf der Grundlage des Landeswaldgesetz für Baden-Württemberg modifiziert werden und damit der Auswirkung des Bike-Sports auf den Wald und die Landschaft angepasst werden,
    siehe z.B. § 83 …. Radfahren ist nur auf Wegen über zwei Metern erlaubt……

Hannelore Schult

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.